Das Selbstvertrauen von Kindern stärken

„Ich hätte gerne, dass mein Kind mehr Selbstvertrauen hat!“ Das oder ähnliches höre ich beinahe täglich und mal ehrlich: eigentlich wollen wir das ja alle. Aber was ist eigentlich Selbstvertrauen und wie kann ich oder mein Kind mehr davon bekommen? Diese Fragen sind schon schwerer zu beantworten. Natürlich ist es ein erstrebenswertes Ziel, selbstbewusster zu werden, aber um das zu schaffen, muss man auch wissen, was man tun muss, um ein echtes und starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln, das nicht so leicht erschüttert werden kann. In diesem und den folgenden Artikeln erfährst du, was du tun kannst, damit du und/oder dein Kind selbstbewusster und selbstsicherer werdet.

Begriffsbestimmung:

Unter Selbstvertrauen versteht man laut Duden das „Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten“. Das heißt je mehr Selbstvertrauen ich habe, desto mehr glaube ich trotz eventueller Widerstände daran, dass mir bestimmte Dinge oder Handlungen gelingen werden. Diese innere Überzeugung hilft Menschen mit viel Selbstbewusstsein, sich in allen Lebenslagen souverän und ohne Angst zu verhalten.

 

Natürlich darf der Begriff „Selbstvertrauen“ nicht falsch verstanden und mit Überheblichkeit oder Arroganz verwechselt werden. Viele tun nämlich genau das: sie plustern sich auf und tun so, als ob sie der Mittelpunkt der Welt wären (besonders oft bei Männern Anfang 20 zu beobachten). Das ist jedoch kein echtes Selbstbewusstsein, sondern nur vorgeschoben und eher Ausdruck von Unsicherheit denn von wirklichem Selbstvertrauen.

Selbstvertrauen in der Kindererziehung

Leider wird auch in der Kindererziehung das Thema Selbstvertrauen oft falsch verstanden. Kinder, die immer ihren Willen durchsetzen wollen, werden da gerne als „willensstark“ und „selbstbewusst“ beschrieben. Das ist jedoch leider ganz und gar nicht der Fall. Wenn Mama oder Papa ständig alles für die Kinder tun und ihnen jeden Wunsch erfüllen bzw. bei jeder Schwierigkeit helfen, bauen die Kinder kein eigenes Selbstbewusstsein auf. Müssen sie ja auch nicht, denn die Eltern regeln das ja schon.

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen im Leben machen und natürlich gehört dazu auch, dass man mal Nachteile erlebt und zurückstecken muss. Ängste, Sorgen und Nöte gehören zur kindlichen Entwicklung bis zu einem gewissen Grad dazu. Die Kinder müssen lernen, damit klar zu kommen und Schwierigkeiten selbstständig zu meistern, denn nur können Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Problembewältigung finden.

Viele Eltern halten es heutzutage jedoch nicht mehr aus, wenn

-        Kinder traurig, gelangweilt oder frustriert sind. Meistens haben sie dann sofort eine Ablenkung parat, damit das Kind sich schnell wieder besser fühlt. Die Kinder können sich so jedoch überhaupt nicht mit ihren Gefühlen auseinandersetzen und somit überhaupt keinen souveränen Umgang mit negativen Gefühlen lernen. Die Folge sind unreife Erwachsene, die weder im sozialen noch im beruflichen Umfeld leistungsfähig sind.

-        Kinder „gefährlichen“ Situationen ausgeliefert sind. Früher waren alle Kinder von morgens bis abends unterwegs, sind auf Bäume geklettert oder haben sich irgendwo zum Fußball spielen getroffen. Handy gabs noch nicht. Man sollte nur zu Hause sein, bevor es dunkel wird. Heutzutage werden Kinder überall hingefahren und vor möglichst allen Situationen, die irgendwie gefährlich sein könnten, beschützt. Natürlich ist der Schutz unserer Kinder unsere Aufgabe und wir sollten sie auf keinen Fall sehenden Auges in ihr Unglück rennen lassen, aber wir sollten ihnen auch die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Ein gutes Beispiel für die oben genannten Punkte ist folgende Situation:

Eine Mutter ist mit ihrem Sohn, ca. vier Jahre, auf dem Spielplatz. Anstatt das Kind spielen zu lassen, steht sie daneben und mahnt: „Sei vorsichtig! Pass auf, dass du da nicht runterfällst! Das lass mal besser, das geht schief!“

Wenig später kommen ein paar etwas größere Kinder, die ein wenig unachtsam sind und das Spielgerät besetzen, um zu spielen. Gar nicht mal böse gemeint wird der Kleine ein wenig an die Seite gedrängt. Anstatt zu warten und zu sehen, ob der Junge die Situation auch alleine meistern kann, indem er sich beispielsweise beschwert oder, besser noch, fragt, ob er mitspielen kann, stürmt die Mutter dazwischen und verscheucht die Kinder.   

Diese Situation habe ich so erlebt und frage mich, wie der Junge so ein eigenes Selbstvertrauen aufbauen soll, wenn seine Mutter alles für ihn übernimmt.

 

Kinder müssen SELBER Strategien entwickeln, wie sie mit solchen Situationen klarkommen, denn irgendwann werden sie auf sich selber gestellt sein.

Selbstwirksamkeit als Schlüssel

Der Schlüssel für ein echtes und starkes Selbstwertgefühl ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Menschen, die an ihre eigene Selbstwirksamkeit glauben, sind der Überzeugung, dass sie in der Lage sind, ihr Leben durch eigenes Handeln gezielt zu beeinflussen. Sie glauben also daran, dass sie Schwierigkeiten selbstständig lösen können und dabei nicht abhängig sind von irgendwelchen glücklichen oder auch unglücklichen Faktoren, die sie nicht beeinflussen können.

Wenn du beispielsweise ein paar Kilos abnehmen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten wie du darüber denken kannst:

1.    „Mist, das war ein bisschen zu viel des Guten im Urlaub. Ab sofort werde ich weniger essen, dann habe ich die Kilos ruckzuck wieder runter. Hat letztes Mal ja auch gut geklappt.“

oder

2.    „Ich habe schon wieder zugenommen. Egal, was ich mache, ich kann einfach nicht abnehmen. Das liegt wohl an den Genen. Da kann man einfach nichts machen.“

 

Egal, ob du 1. oder 2. denkst, du wirst wahrscheinlich recht behalten. Menschen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung denken, dass sie die Aufgabe lösen können, die anderen ergeben sich ihrem Schicksal. Das ist ein riesiger Unterschied!

Laut einer Studie haben Menschen, an ihre eigene Selbstwirksamkeit glauben, mehr Ausdauer bei der Bewältigung schwieriger Aufgaben und sind deutlich weniger anfällig für Angststörungen und Depressionen. Es lohnt sich also, daran zu arbeiten. Vor allem natürlich so früh wie möglich in der Kindheit, da hier die Persönlichkeit noch nicht so gefestigt ist.

Welche Faktoren führen jedoch zu einer Verbesserung dieser Fähigkeit? Es gibt insgesamt vier wichtige Elemente, die die Selbstwirksamkeitserwartung bei Kindern verbessern können:

1.    1.Erfolgserlebnisse

2.   2.der Vergleich mit anderen 

3.   3. Positiver Zuspruch

4.   4. Aufregende Momente

 

Diese vier Faktoren stelle ich dir in den nächsten Artikeln vor und zeige dir auch, wie ein gutes Selbstverteidigungs- bzw. Kampfkunsttraining diese beeinflussen kann. Und natürlich auch, was man zu Hause tun kann, um die Selbstwirksamkeitserwartung der Kinder zu erhöhen.

Unsere Kurse zu den Themen Selbstverteidigung und Selbstbehauptung sind geeignet für Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Ihr findet uns an folgenden Standorten:

Bersenbrück, Bramsche, Hasbergen- Gaste, Hesepe, Lappenstuhl, Osnabrück- Widukindland, Venne, Wallenhorst und Ueffeln.

 

 

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